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Harmonie oder Weiterentwicklung? Oder beides?

Harmonie oder Weiterentwicklung?Harmonie oder Weiterentwicklung? Oder Beides?

Kennen Sie das, dass Sie manchmal etwas tun nur um des lieben Friedens willen ????

Das Sie einer Meinungsverschiedenheit, einer Auseinandersetzung, einem Streit oder einem Konflikt aus dem Wege gehen, weil Ihr Wunsch nach Harmonie größer ist?

Ganz häufig lassen wir uns vereinnahmen, stellen die eigenen Interessen, Wünsche und Bedürfnisse hinten an, weil wir denken, wir seien dies anderen schuldig.

Ein harmonisches Wohlgefühl will dann aber dennoch nicht aufkommen, eher die Erleichterung den fremden Erwartungen gerecht geworden zu sein.

Ein Leben ohne Konflikte ist undenkbar.

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Das ist ein soziales Grundgesetz: Menschen, die miteinander zu schaffen haben, machen einander zu schaffen!

Wie bei vielem im Leben ist auch hier eine situationsabhängige Balance zwischen Akzeptanz und friedlichem Miteinander auf der einen Seite und einer gesunden Konflikt- und Konfrontationsbereitschaft zur eigenen Selbstbehauptung und der Wahrung eigener Interessen und Bedürfnisse auf der anderen Seite hilfreich für eine ausgeglichene Persönlichkeit.

Viele Menschen haben häufig große Schwierigkeiten damit, andere („richtig“) zu kritisieren.

Dahinter können sich die verschiedensten Gründe verbergen.

Vielleicht hat man das Gefühl, nicht berechtigt zu sein, andere Menschen zu kritisieren.

Oder man fürchtet, im Gegenzug selbst kritisiert zu werden, oder hat Angst vor der Reaktion des Gegenübers.

Möglicherweise möchte man einer Diskussion oder einem Konflikt aus dem Weg gehen, weil man fürchtet, dem nicht gewachsen zu sein.

Vielleicht steckt auch die Angst dahinter, die Kritik nicht angemessen formulieren zu können.

Vielleicht kennen Sie Menschen, die sich zwar einerseits gut durchsetzen können, andererseits aber dabei auch so aggressiv wirken, dass man sich regelrecht von ihnen abgestoßen fühlt.

Für den Umgang mit anderen Menschen ist es aber wichtig, dass man über Dinge sprechen kann, die man nicht gut findet oder gerne anders hätte.

Dies gilt sowohl für private als auch für berufliche Situationen.

Kritik äußern ist wichtig – für das eigene Wohlbefinden und auch für den anderen.

Und es gibt beim Durchsetzen und Kritisieren auch nette Wege, eigene Rechte und Interessen geltend zu machen.

Hier einige Tipps dazu:

  • Mit dem Positiven beginnen:

Beginnen Sie das Gespräch immer erst einmal, indem Sie etwas Positives sagen, was Ihnen an der Person oder ihrem Verhalten gut gefällt.

Das wird Ihnen um so leichter fallen, je besser es Ihnen gelingt die positive Absicht im Verhalten des anderen zu erkennen.

Das macht es der anderen Person viel leichter, eine Kritik oder einen Verbesserungsvorschlag annehmen zu können.

  • Die eigene Wahrnehmung und die Wirkung des Verhaltens vermitteln:

Beschreiben Sie Ihrem Gegenüber in der „Ich“-Form, was Sie wahrgenommen haben und wie Sie sich dabei fühlen.

Es ist viel leichter eine persönlich formulierte Kritik anzunehmen.

Bei einer „Du“-Botschaft wird sich der andere i.d.R. angegriffen fühlen und sich sofort verteidigen wollen oder einen „Gegenangriff“ starten.

  • Konkret werden:

Sagen Sie ganz konkret, was Sie von der Person möchten.

Formulieren Sie positiv ohne zu beschönigen.

  • Lassen Sie Ihren Gegenüber antworten:

Geben Sie Ihrem Gegenüber Zeit zum Antworten und „schießen“ Sie nicht gleich nach.

Eine einzelne Kritik oder einen Vorschlag zu akzeptieren fällt viel leichter, als einer „Wand“ von  Vorwürfen gegenüberzustehen.

Wichtig ist auch: Hören Sie Ihrem Gegenüber zu!

  • Finden Sie einen positiven (vielleicht sogar einen versöhnlichen) Abschluss:

Versuchen Sie das Gespräch positiv zu beenden, z.B. mit einer konkreten Absprache, einem Lob oder einer Ermutigung („Ich bin froh, dass wir das mal besprechen konnten!“)

Das macht es Ihrem Gegenüber leichter, die Kritik zu akzeptieren und auch in Zukunft mit Ihnen positiv in Kontakt zu sein.

Beispiele:

  • Nachbar hört nachts laut Musik:

„Entschuldigung, dass ich Sie so spät noch störe. Aus Ihrer Wohnung höre ich laute Musik und kann nicht einschlafen. Ich habe morgen sehr wichtige Termine und bin besorgt,  morgen früh nicht fit zu sein. Ich bitte Sie, die Anlage leiser zu drehen.“ ...............

„Ich verstehe, dass Sie gerne Musik hören – bitte machen Sie sie trotzdem leiser.“

  • Ärger über das Verhalten von Freund(in):

„Ich finde es toll,Dich zur Freundin zu haben und mit Dir über ganz persönliche Dinge sprechen zu können. Ich habe Dir gestern etwas im Vertrauen erzählt, heute spricht mich XY darauf an. Das hat mich gekränkt und mich in eine sehr unangenehme Situation gebracht. Ich möchte für die Zukunft, dass Du Vertraulichkeiten für Dich behälst.“ .......................

„Ich bin froh, dass wir darüber reden konnten. Gehen wir ein Eis essen?“

  • Mitarbeiterverhalten:

„Herr Z, ich schätze Sie als zuverlässigen, leistungsstarken und verantwortungsbewussten Mitarbeiter.

Ich bin daher irritiert, dass mir der Zwischenbericht von Projekt X noch nicht vorliegt und der Abschlussbericht Y unvollständig ist. Ich kann mir die Schwankungen Ihrer Leistung in letzter Zeit gar nicht erklären. Worin liegen Ihrer Meinung nach die Gründe? Was brauchen Sie, um die Projekte erfolgreich abschließen zu können?“

„Schön, dass wir eine Lösung gefunden haben. Ich freue mich bereits auf das nächste Projekt mit Ihnen.“

  • Unangenehme Themen:

„Guten Morgen, Herr X. Ich bin unsicher, wie ich das Gespräch beginnen soll, weil ich Sie nicht verletzen möchte. Mir ist aufgefallen, dass Sie in letzter Zeit mehrfach intensiv nach Schweiß gerochen haben, z.B. auch gestern. Mir ist es sehr unangenehm und ich fürchte, dass unsere Kunden sich dadurch gestört fühlen könnten. Ist Ihnen diese Wirkung bewusst? Was können wir vereinbaren, dass wir uns darüber nicht wieder unterhalten müssen?“         .........................

„Ich habe Ihre Auswertungen zu XY gelesen. Sehr gute Leistung. Machen Sie weiter so.“    

Kritik bedeutet grundsätzlich eine Verbesserung in der Sache und in der Beziehung.
Fokussieren Sie daher auf die langfristigen positiven Konsequenzen und nehmen Sie kurzfristig unangenehme Gefühle in Kauf.

Ich wünsche Ihnen viele Momente innerer und äußerer Harmonie und viele erfolgreiche Situationen der Weiterentwicklung.
Ihr
Stephan Guyot

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